1.COLOR 2.HOLE AND 3.JOKE

Selected works on paper
17.1. – 7.3. 2020

 

Rachel Harrison, Ulrike Müller, Yoshitomo Nara, Raymond Pettibon, Florian Pumhösl, Amelie von Wulffen, Franz West, Heimo Zobernig

 


 

 




PRESSETEXT

english version below

 

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Ausgewählte Arbeiten auf Papier

Das Genre der Zeichnung wurde im 18. Jahrhundert modern, als es die vertraute Atmosphäre der Künstlerateliers hinter sich ließ, um in ein erweitertes Feld von Diskursen, Kultur, Politik und gesellschaftlichem Leben einzudringen. Dieser Bedeutungswandel wurde zuerst in Frankreich deutlich, wo sich Zeichnung maßgeblich und einflussreich neu positioniert hatte und konzeptualisiert wurde. Die Ausstellung weist die Entstehung eines, seither in vielerlei Hinsicht permanent erneuerten Verständnisses von Arbeiten auf Papier nach: als autonome Ausdrucksform, als Index eines Künstlerstils, als Objekt der Kontemplation und als epistemologisches Instrument. Die Präsentation ergründet weniger den simplen Gebrauch von Papier als materielle Basis als vielmehr die künstlerische Interaktion mit dem Medium, indem sie Papierarbeiten nicht nur als Mittel einer Konzeptualisierung, sondern auch als visuelle Modalität des Denkens, in und über das Medium hinaus, in Betracht zieht. In Anerkenntnis einer, den zeitgenössischen Arbeiten auf Papier inhärenten Kraft, zeigt die Ausstellung, wie KünstlerInnen Zeichnung und Gouache nutzen, um Themen wie Identität, Ort und Erinnerung zu erforschen, indem sie die Grenzen des Mediums ständig ausweiten. Gemeinsam ist den in der Ausstellung repräsentierten KünstlerInnen ein konstitutiver Einfluss der Pop Art auf ihr Schaffen, denn die Pop-Künstler leiteten, basierend auf den Errungenschaften des Dadaismus, die entscheidende Innovation ein, die Gesellschaft auf die sie reagierten, selbst zu parodieren. Die Pop Art-Bewegung bemühte sich zu beweisen, dass sich Kunst jeglicher Quellen bedienen kann und es keine kulturelle Hierarchie gibt, die dies verhindern könnte. Sofern Kunst in einem entsprechenden Rahmen präsentiert wird, verschwimmen die Grenzen zwischen dem was hochkulturell und dem was gebräuchlich oder alltäglich ist. Um den nachhaltigen, konzeptuellen Impact auf zeitgenössische Arbeiten auf Papier zu verstehen, muss man sich einige der wesentlichen Charakteristiken der Kunst nach der Pop Art vergegenwärtigen: Aneignung kultureller Ikonen, Gebrauch lebhafter, blanker Farben, Einsatz von Ironie und Satire, innovativer Techniken wie Print, Mixed Media und Collage, die auf die graphische Natur der Pop Art verweisen.

 

 

PRESS RELEASE

 

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Selected Works on Paper

Drawing became fashionable in the 18th century when it left the confines of the artist’s studio to enter a broader field of discourse, culture, politics, and social life. This transformation was most evident in France, where drawing was significantly and influentially repositioned and reconceptualized. This exhibition traces the emergence of the modern understanding of works on paper in multiple senses—as an autonomous form of expression, an index of the artist’s style, an object of aesthetic contemplation, and an epistemological tool. By exploring the artists’ interactions with paper rather than simply their use of the material as a basis, the exhibition considers works on paper as a means of conceptualization as well as a visual mode of thinking in and of itself. Focusing on the power of contemporary works on paper, this selection of work looks at how artists use drawing to examine themes including identity, place, and memory, thereby pushing the boundaries of the medium. The constitutive influence of Pop Art on their work is shared by all the artists represented in the show. Building on the achievements of Dadaism, the Pop artists began to parody the society on which their reactions were based. The Pop Art movement then sought to solidify the idea that art can draw from any source, that there is no cultural hierarchy to disrupt this. Presented in a fine art setting, the line between “high culture” and the quotidian becomes blurred. To assess the permanent conceptual impact on contemporary drawing, we must bear in mind some of the characteristics of contemporary art after Pop Art: Appropriation of cultural icons; use of vibrant, bright colors, irony, and satire; as well as innovative techniques like print, mixed media, and collage that reference its graphic nature.

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